Auf den Spuren jüdischen Lebens in Bad Reichenhall
Dokumentation Obersalzberg / Foto: Karin Wabro
Die Schüler*innen testen den Rundgang in Bad Reichenhall.
Schüler*innen entwickeln interaktiven Stadtrundgang
Bad Reichenhall war einst einer der beliebtesten Kurorte für jüdische Gäste in Deutschland. Mehrere jüdische Familien hatten hier ihr Zuhause. Heute erinnert jedoch nur wenig an die jüdische Vergangenheit der Stadt.
In Zusammenarbeit mit der Dokumentation Obersalzberg haben Schüler*innen des Sonderpädagogischen Förderzentrums St. Zeno einen interaktiven Stadtrundgang entwickelt, der das jüdische Leben in Bad Reichenhall zugänglich macht. Die Stationen des Rundgangs sind auf der Plattform Actionbound mit multimedialen Inhalten, wie Texten, Fotos und Videos verknüpft. Interaktive Aufgaben und Fragen sind direkt integriert.
Startpunkt des Rundgangs ist die Wandelhalle im Königlichen Kurgarten. Dort liegen Postkarten mit QR-Codes zum Download der kostenlosen Actionbound-App bereit, die direkt zum Start des Rundgangs im Königlichen Kurgarten führen.
Dokumentation Obersalzberg / Foto: Karin Wabro
Unterstützt von der Dokumentation Obersalzberg erarbeiten die Schüler*innen des Sonderpädagogischen Förderzentrums St. Zeno einen interaktiven Stadtrundgang.
Spurensuche mit Actionbound
Mit Actionbound wird eine interaktive Spurensuche zur jüdischen Geschichte in Bad Reichenhall möglich. An verschiedenen Stationen werden unterschiedliche Themen aufgegriffen – vom jüdischen Kurort über die Verfolgung einheimischer Familien im Nationalsozialismus bis hin zur unmittelbaren Nachkriegszeit.
Die Schüler*innen nutzten Fotos, Dokumente und Videos aus der Dokumentation Obersalzberg, dem Stadtarchiv Bad Reichenhall und dem Jüdischen Museum Franken, um authentische Einblicke zu vermitteln. Die multimediale Gestaltung macht Geschichte greifbar und sichtbar.
An jeder Station stellen Aufgaben und Fragen die Teilnehmenden vor die Herausforderung, sich kritisch mit historischen Narrativen auseinanderzusetzen, eigene Sichtweisen zu entwickeln und Verbindungen zur Gegenwart herzustellen.
Dokumentation Obersalzberg / Foto: Karin Wabro
Vor Ort wird der Rundgang getestet und überarbeitet.
Von der Idee zur Veröffentlichung
Der Rundgang entstand in einem kooperativen Prozess. Zu Beginn erkundeten die Projektteilnehmenden gemeinsam mit Bildungsreferentinnen der Dokumentation Obersalzberg die möglichen Stationen, um erste Ideen für die Umsetzung zu sammeln. In der Dokumentation Obersalzberg arbeiteten die Schüler*innen mit Originaldokumenten, Fotografien und Videomaterial, um die verschiedenen jüdischen Geschichten in Bad Reichenhall zu erforschen und eine fundierte Stationen-Auswahl zu treffen.
Die Projektgruppe erstellte Textbausteine, wählte passende Bilder und Videos aus und entwickelte differenzierte Fragestellungen, die eine vertiefte Auseinandersetzung ermöglichen. Ein besonderer Höhepunkt war der Betatest des Rundgangs mit einer Klasse aus ihrer Schule. Die Testgruppe lieferte wertvolles Feedback, das kurzerhand in den Rundgang eingearbeitet wurde.
Im Rahmen einer Veranstaltung wurde die finalisierte Version des Rundgangs in der Volkshochschule Bad Reichenhall erstmals präsentiert und ist seitdem öffentlich zugänglich.
Dokumentation Obersalzberg / Foto: Nadine Tauchner
Wer die kostenlose Actionbound-App auf dem Smartphone hat, kann direkt loslegen.
Ein lebendiges Projekt
Dieser interaktive Rundgang macht jüdisches Leben in Bad Reichenhall sichtbar und lebendig. Durch die Kombination aus historischen Quellen, persönlichen Geschichten und nutzerorientierten Aufgaben bietet er eine zugängliche Plattform, um sich kritisch und reflektiert mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen. Er trägt dazu bei, Stereotypen abzubauen, Verständnis zu fördern und das Kulturerbe der Region zu bewahren.
Der Rundgang ist ein dynamisches Projekt: Mit praxisnahen Rückmeldungen und weiteren Recherchen können Stationen ergänzt oder neugestaltet werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Museum, Volkshochschule und der Dokumentation Obersalzberg zeigt, wie Bildung, Erinnerungskultur und digitale Vermittlung wirkungsvoll miteinander verknüpft werden können.
Über diesen QR-Code gelangen Sie zum Rundgang.