„Unter Grund“: Romanlesung in der Dokumentation Obersalzberg über den Weg in die Neonazi-Szene
Im Obersalzberger Gespräch am 9. Juli 2026 präsentiert die Autorin Annegret Liepold ihren Debütroman „Unter Grund“, der den schleichenden Einstieg einer jungen Frau in die rechtsextreme Szene eindringlich nachzeichnet. Musikalisch begleitet wird die Lesung von dem Liedermacher Maxi Pongratz.
Im Roman „Unter Grund“ erzählt Annegret Liepold die Geschichte von Franka, die in einem kleinen fränkischen Dorf aufwächst. In ihrer Familie wird viel geschwiegen. Doch auch sie selbst hat eine Vergangenheit, die sie wieder einholt, als sie als junge Referendarin in München mit ihren Schülerinnen und Schülern den NSU-Prozess besucht. Die junge Frau kehrt in ihre fränkische Heimat zurück und setzt sich mit ihren verdrängten Erinnerungen auseinander – mit dem Tod ihres Vaters, den Umbrüchen der Nullerjahre, vor allem aber mit ihrer eigenen, tiefen Verstrickung in die Neonazi-Szene in dieser Zeit.
Annegret Liepold zeichnet den Weg von Franka in ihrem Roman nach.
Dabei stellt sie Fragen nach Schuld, persönlicher Verantwortung für das eigene Handeln und der Rolle, die Familie und soziales Umfeld beim Abrutschen in die rechtsextreme Szene spielen. Darüber werden wir mit der Autorin diskutieren
Annegret Liepold erhielt für ihren Debütroman zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Literaturstipendium der Stadt München. Sie arbeitet am Literaturhaus München für die Bayerische Akademie des Schreibens.
Die musikalische Begleitung übernimmt Maxi Pongratz, der seit 2019 als Solokünstler auftritt und den Abend mit Akkordeon, eigenen Texten und Liedern bereichert.
Das Obersalzberger Gespräch findet am Donnerstag, 9. Juli 2026 um 19 Uhr in der Dokumentation Obersalzberg statt. Ab 18 Uhr kann die Sonderausstellung „Rechtsterrorismus. Verschwörung und Selbstermächtigung 1945 bis heute“ besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.
Für die Teilnahme an der Lesung wird um Anmeldung unter anmeldung@obersalzberg.de gebeten.