Jüdische Perspektiven im Mittelpunkt: Dokumentation Obersalzberg beim Pride Festival Salzburg

13. August 2026

Im Rahmen des Pride Festival Salzburg lädt die Dokumentation Obersalzberg gemeinsam mit der HOSI Salzburg zu einer Lesung und einem Gespräch mit der Autorin Laura Cazés ein. Im Mittelpunkt stehen jüdische Erfahrungen, Fragen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung sowie der Umgang mit gesellschaftlichen Zuschreibungen.

In dem 2022 erschienenen Buch „Sicher sind wir nicht geblieben. Jüdischsein in Deutschland“ versammelt Laura Cazés zwölf Texte jüdischer Autorinnen und Autoren, unter anderem von Debora Antmann, Daniel Donskoy und Mirna Funk. Sehr persönlich schreiben sie über ihr Leben in Deutschland – über Zuschreibungen und gesellschaftliche Erwartungen, aber auch über Schmerz, Wut, Hoffnung und Selbstbehauptung. Damit setzt das Buch einen bewussten Gegenpunkt zu einer Perspektive auf jüdisches Leben in Deutschland, die häufig von der Geschichte der Shoah oder der Auseinandersetzung mit Antisemitismus geprägt ist. Im Mittelpunkt stehen stattdessen die unterschiedlichen Erfahrungen und Positionen jüdischer Menschen – und ihre eigenen Stimmen und Perspektiven auf das Leben in Deutschland.

Im Gespräch mit Laura Cazés wird auch die Aktualität des Buches Thema sein: „Sicher sind wir nicht geblieben“ erschien vor dem 7. Oktober 2023. Was hat sich seit dem Erscheinen des Buches verändert? Welche neuen Erfahrungen prägen jüdisches Leben in Deutschland? Und wie haben sich die gesellschaftlichen Debatten darüber entwickelt? Die Veranstaltung verbindet Fragen der Erinnerungskultur mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten und schafft einen Raum für Austausch über Zugehörigkeit, Vielfalt und Verantwortung – gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung.

Als Autorin und Publizistin setzt sich Laura Cazés für die Wahrnehmung vielfältiger jüdischer Lebenswelten in Deutschland und für die Sichtbarkeit jüdischer Perspektiven in gesellschaftlichen Debatten ein. Sie ist Leiterin der Abteilung für Kommunikation und Digitalisierung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Die Lesung ist Teil des Pride Festival Salzburg und wird in Kooperation mit der HOSI Salzburg, FGDD – Family, Gender, Disability & Diversity der Paris Lodron Universität Salzburg, der Rupertus Buchhandlung und dem Literaturhaus Salzburg veranstaltet.

Das Obersalzberger Gespräch findet am Sonntag, 30. August 2026 um 10 Uhr in der HOSI Salzburg, Paris-Lodron-Straße 15, 5020 Salzburg statt. Der Eintritt ist frei. Für die Teilnahme an der Veranstaltung wird um Anmeldung unter anmeldung@obersalzberg.de gebeten.