Geschichte des Kehlsteinhauses
Dokumentation Obersalzberg / Foto: Melanie Diehm
Das auf 1.834 Metern Höhe gelegene Kehlsteinhaus zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen im Berchtesgadener Land. Gebaut wurde es 1937/38 als extravagantes Teehaus für Adolf Hitler. Abseits der Öffentlichkeit diente es als politischer Repräsentationsort und sollte die Gäste beeindrucken.
2017 konzipierte das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin im Auftrag der Berchtesgadener Landesstiftung die Ausstellung auf der Sonnenterrasse des Kehlsteinhauses.
Sie ergänzt die Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ in der Dokumentation Obersalzberg und informiert über die Geschichte des Kehlsteinhauses – von seiner Verbindung zu Hitler und dem Obersalzberg bis hin zur Nutzung als touristisches Ausflugsziel heute.
Dokumentation Obersalzberg / Foto: werk 5
Das „Teehaus am Kehlstein“ in der NS-Zeit
In den Quellen ist vor 1945 meist vom „Teehaus am Kehlstein“ die Rede. Es sollte als Ausflugsziel für Hitler dienen und zugleich ausländische Gäste und Diplomaten beeindrucken. Nach der Fertigstellung 1938, fuhr Hitler nur selten hinauf – nach Kriegsbeginn fast gar nicht mehr. Stattdessen nutze das engste Umfeld des Diktators das Gebäude, allen voran Eva Braun.
Geburtstagsgeschenk für den „Führer“?
Lange hielt sich die Vorstellung, das Kehlsteinhaus sei ein Geschenk der NSDAP zu Hitlers 50. Geburtstag am 20. April 1939 gewesen. Dafür gibt es keine Hinweise in den Quellen. Dagegen spricht auch, dass das Haus bereits Mitte 1938 fertiggestellt und an Hitler übergeben wurde.
Gefährliche Baustelle
Im April 1937 begannen die Bauarbeiten für die Kehlsteinstraße. Rund 3.800 Arbeiter aus dem Deutschen Reich, aus Österreich, Italien und der Tschechoslowakei waren daran beteiligt. Das unwegsame Gelände und der enorme Zeitdruck führten zu Hunderten Unfällen, bei denen Arbeiter starben und verletzt wurden.
„Eagles Nest“
International ist das Kehlsteinhaus unter der Bezeichnung Eagle’s Nest bekannt. Der Name geht auf den französischen Botschafter zurück, der seinen Besuch 1938 im Nid d’aigle (franz. für Adlernest) in einem internen Bericht beschrieb. Dieser erschien ein Jahr später auch in englischer Übersetzung und zahlreiche Zeitungen griffen ihn auf. Eine entsprechende historische Bezeichnung gibt es im Deutschen nicht.
Dokumentation Obersalzberg / Foto: Melanie Diehm
Ein beliebtes Ausflugsziel
Das Kehlsteinhaus befindet sich als ehemaliges NS-Vermögen heute im Eigentum des Freistaats Bayern. Seit 1952 wird es als Berggaststätte genutzt – zunächst vom Deutschen Alpenverein, seit 1962 von der Berchtesgadener Landesstiftung, die es verpachtet. Mit den Einnahmen aus dem Kehlsteinhaus fördert die Berchtesgadener Landesstiftung gemeinnützige Zwecke im Landkreis Berchtesgadener Land.
Bitte beachten Sie, dass das Kehlsteinhaus und damit auch die Ausstellung nur von Mai bis Anfang November zugänglich sind. Witterungsbedingte Einschränkungen und kurzfristige Schließungen sind möglich. Die genauen Öffnungszeiten und weitere Informationen zu Ihrem Besuch im Kehlsteinhaus finden Sie hier.
Dokumentation Obersalzberg / Foto: werk 5