Mein Revier!

Karikatur, die Adolf Hitler beim Urinieren an die Hauswand des Berghofs zeigt. Neben ihm sitzt sein Hund Blondie. Achim Greser, 1998

Achim Gresers Hitler-Karikaturen am Obersalzberg

26. November 2026 – 11. April 2027

Adolf Hitler als herrisches Herrchen: In Wort und Tat beweist der „Führer“ im eigenen Vorgarten wenigstens seinem Schäferhund Blondi Dominanz. Der Untertitel: „Das hier ist mein Revier!“. Der Schauplatz: Die Wand des Berghofs am Obersalzberg.

Achim Greser zeichnete den nationalsozialistischen Diktator zwischen 1995 und 1998 Monat für Monat im Satiremagazin Titanic. Der Führer privat als Witzfigur und Alltagstrottel.

Darf man das?
Oder macht Hitler als Hanswurst auch seine Opfer lächerlich und verharmlost die Verbrechen, den Krieg, den Völkermord? Diese Fragen erreg(t)en national wie international die Gemüter.

Karikatur, die Adolf Hitler beim Malen einer Bergkulisse zeigt. Das gemalte Bild wirkt wie eine Kinderzeichnung. Daneben steht Eva Braun, die es als zu "entartet" bezeichnet. Achim Greser, 1996

Die Verbrechen spielen in Gresers Karikaturen kaum eine Rolle: Gelacht wird nicht über Auschwitz. Der Spott kratzt vielmehr an der negativen Größe Hitlers, er will das personifizierte Böse vom Podest stoßen und durch die Verächtlichmachung „ihres Führers“ alte wie neue Anhänger Hitlers lächerlich machen.

50 Jahre nach Kriegsende ist bei Greser Trivialisierung Programm: Er bricht die mediale Dauerpräsenz der Hitler-Propaganda-Bilder, seine Szenen werden zu Zerrspiegeln der Gegenwartskritik. Dazu bettet er die 1990er Jahre in seine gezeichnete Vergangenheit ein: Mit dem Hampel-Hitler als Provokationsverstärker mokiert er sich über Moral, Doktrin und Bigotterie in Politik und Gesellschaft.

Greser beobachtet die Inszenierungen und Posen des Diktators genau, und
häufig dient eine charakteristische Berglandschaft als Kulisse: Hitler, wie ihn keiner kennt inszenierte schon die NS-Propaganda mit Vorliebe am Obersalzberg.

Karikatur, die Hitler mit Schwimmflügeln auf einem Ufersteg zeigt, während Göring, Himmler und Goebbels im See schwimmen. Achim Greser, 1995

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Die Dokumentation ist vom Brand im Kehlsteinhaus nicht betroffen und hat regulär geöffnet