Besondere Anerkennung: Dokumentation Obersalzberg unter den Europäischen Museen des Jahres

16. Juni 2026

Bei der Verleihung der European Museum of the Year Awards hat die Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden für ihre kritische Auseinandersetzung mit einer schwierigen Vergangenheit eine besondere Anerkennung der Jury erhalten.

Das European Museum Forum hat die Dokumentation Obersalzberg mit einer besonderen Anerkennung ausgezeichnet: Die Ehrung geht an das historische Museum in Berchtesgaden, das 2023 sowohl einen großen Erweiterungsbau als auch die neue Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ eröffnen konnte. Es befasst sich mit der Geschichte des Obersalzbergs, der in der Zeit des Nationalsozialismus zu Adolf Hitlers zweitem Regierungssitz ausgebaut wurde.

Im spanischen Bilbao wurden am vergangenen Samstag die European Museum of the Year Awards verliehen. Zusätzlich zu den Preisen zeichnete die Jury ausgewählte Museen mit Anerkennungen für hervorragende Leistungen in besonderen Bereichen aus. In diesem Jahr ging die erste dieser Special Commendations an die Dokumentation Obersalzberg.

Die Jury würdigte die Dokumentation Obersalzberg als „ein Museum, das ein einladender Ort des Erinnerns, des Lernens und der historisch-politischen Bildung ist, ein Erinnerungsort, der sich kritisch mit einer schwierigen Vergangenheit auseinandersetzt, um die bis heute andauernden Realitäten von Verfolgung, Krieg und Völkermord zu thematisieren.“

Der European Museum of the Year Award wird seit 1977 unter der Schirmherrschaft des Europarats verliehen und ist einer der wichtigsten europäischen Museumspreise. Er steht für Innovation und Exzellenz in neuen oder grundlegend überarbeiteten Museen – unabhängig von Größe oder inhaltlicher Ausrichtung – und spiegelt die kulturelle Vielfalt Europas wider. Besonderen Stellenwert haben kreative und innovative Ansätze der Präsentation und Wissensvermittlung unterschiedlichster Themen. Die Dokumentation Obersalzberg war 2026 gemeinsam mit 34 anderen Häusern aus 16 europäischen Ländern für die European Museum Awards nominiert.

Damit wurde die Dokumentation Obersalzberg erneut als eines der besten Museen Europas ausgezeichnet. Im Vorjahr hat sie mit dem Luigi Micheletti-Award bereits einen bedeutenden Europäischen Museumspreis gewonnen.

Die museumsfachliche Arbeit der Dokumentation Obersalzberg verantwortet das Institut für Zeitgeschichte München−Berlin im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betont anlässlich der Auszeichnung: „Die Dokumentation Obersalzberg leistet mit ihrer eindrücklichen Dauerausstellung einen unverzichtbaren Beitrag zur Erinnerungsarbeit. 530.000 Besucherinnen und Besucher seit Neueröffnung im Herbst 2023 und insgesamt rund 3,7 Millionen Gäste seit der Eröffnung der Dauerausstellung 1999 zeigen, wie bedeutsam diese Aufgabe ist. Nun darf sich die neue Dauerausstellung der Dokumentation Obersalzberg über eine ‚besondere Anerkennung‘ durch die Jury des European Museum of the Year Awards freuen – eine hervorragende Auszeichnung und zugleich hohe Anerkennung. Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team der Dokumentation Obersalzberg.“

Auch Dr. Sven Keller, Fachlicher Leiter der Dokumentation Obersalzberg, freut sich außerordentlich über die Auszeichnung: „Die besondere Anerkennung durch die Jury der European Museum Awards würdigt das Kernanliegen unserer Arbeit am historischen Ort: Seine Geschichte informativ und interessant zu erzählen und dabei Manipulation und Verfälschung entgegenzutreten. Und uns alle mit der Frage zu konfrontieren, was uns die Vergangenheit für unsere Gegenwart und Zukunft zu sagen hat. Im Namen des ganzen Teams der Dokumentation danke ich den Expertinnen und Experten der Jury, vor allem aber den überwältigend vielen Menschen, die jedes Jahr zu uns kommen, um sich mit diesen herausordernden Themen auseinanderzusetzen.“

Die Dokumentation Obersalzberg befindet sich inmitten des ehemaligen Führersperrgebiets oberhalb von Berchtesgaden. Im Mittelpunkt der Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ steht der historische Ort Obersalzberg, den Adolf Hitler zu seiner Wahlheimat machte. Das Museum wurde 1999 mit einer ersten Dauerausstellung eröffnet und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Besuchermagneten. 2023 folgte deshalb ein moderner Museumsbau, der Raum bietet für die deutlich größere, komplett neu konzipierte Dauerausstellung. Das bisherige Ausstellungsgebäude wurde zum Bildungszentrum umgebaut. Seit der Neueröffnung begrüßte die Dokumentation Obersalzberg rund 530.000 Besucherinnen und Besucher.

Weitere Informationen zu den European Museum of the Year Awards finden Sie hier.